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Millionen, um Tram 15 auszubremsen (verschwendete Planungsgelder gegen OeV und MIV)

Interpellation von Beat Leuthardt, «BastA!» (Grünes Bündnis)

Allen Ernstes planen die zuständigen Ämter im BVD, Tram 15 zu schwächen, indem sie dessen direkte Linienführung beim Aeschenplatz brechen. Statt wie heute die 90 Meter gerade Strecke beim Turmhaus zu nutzen, soll der 15er einen 3-minütigen Umweg via hintere Gartenstrasse - Engelgasse - St.Alban-Anlage nehmen.

Auch dem Autoverkehr soll die direkte St.Jakobs-Strasse verboten werden; er soll auf die verkehrsarme «Quartierrundfahrt» geschickt werden. Entsprechende Geheimpläne hat «onlinereports» enthüllt. Externe Fachleute bestätigen es. Demnach soll das neue «Umweg-Tram» weit über 30 Mio. Franken kosten.

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Diese Planung ist eigentlich ein Angriff auf Tram 15. Sie geschieht auf dem Buckel der Bewohner/innen der Quartiere Bruderholz und Gundeli. Leidtragende wären auch die Fahrgäste von und nach Reinach auf der Einsatzlinie 11. Zudem wären an Fasnacht sämtliche Fahrgäste der heute via Bahnhof SBB - Aeschenplatz wendenden Tramzüge der Linien 10 und 11 betroffen. Zudem würde bei Innerstadt-Blockaden die Einkürzung der Tramlinien via Aeschenplatz-Schlaufe entfallen.

Die Planung kann nicht anders denn als grober Unfug bezeichnet werden. Sie verstösst gegen den übergeordneten Grundsatz eines attraktiven und konkurrenzfähigen OeV. Sie kostet ein Heidengeld, bringt aber weder Velofahrenden noch Fussgänger/innen einen Vorteil und erst recht nicht den Tramfahrgästen.

Vielmehr würde Tram 15 sozusagen zum Sündenbock gemacht für jüngste Fehlplanungen am Aeschenplatz mit den zu schmalen Traminseln und der in die Tramhaltestelle hineinragenden Auto-Fahrspur.

Ein Referendum gegen solche Umweg-Planung für Tram und Auto scheint sicher; ebenso, dass sie von der Stimmbevölkerung gebodigt würde. Es zeigt sich ein ähnliches Planungs-Desaster wie bei der fehlgeplanten und überladenen Erlenmatttram-Vorlage. Die Verantwortlichen sitzen allemal im BVD.

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Folgende Fragen an die Regierung drängen sich auf:

  1. Hat die Regierung Kenntnis von der Planung, die direkte Linienführung von Tram 15 im Raum Aeschenplatz durch mehrminütige Umwegfahrten zu ersetzen?
  2. Teilt sie die Meinung, dass die Wohnbevölkerung vom Gundeli und Bruderholz durch solche Planung unmittelbar in ihren berechtigten Interessen beeinträchtigt und recht eigentlich abgestraft wird?
  3. Kann sie bestätigen, dass sich die Planung bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befindet?
  4. In welcher Grössenordnung liegen die Kosten für diese Aeschenplatz-Planung inklusive Tram 15-Umweg als Kernelement: a) interne Kosten, b) Kosten für externe Fachleute?
  5. Ist die Regierung angesichts des sicher scheinenden Scheiterns jeglicher Tram 15-Umwegplanung in einem Referendum bereit, diese Art Planung unverzüglich abzubrechen?
  6. Ist sie bereit, die Rolle der direkt zuständigen Amtsleiter unter Berücksichtigung der durch die Planung verbrauchten Steuergelder näher zu prüfen und gegebenenfalls Konsequenzen zu ziehen?
  7. Ist die Regierung bereit zu einer Neuplanung zusammen mit der Bevölkerung anstatt gegen sie, also unter Verzicht auf die bisherige Geheimniskrämerei?
  8. Ist sie bereit, diese Neuplanung von der wieder gestärkten BVB und ihrem Knowhow tragen zu lassen?
  9. Ist sie bereit, Fussverkehr Schweiz, IGOeV, VCS, Pro Velo sowie ACS/TCS gleichberechtigt hinzuzuziehen?

 

Beat Leuthardt (73)